Licht für die dunkle Jahreszeit: Beleuchtung im Wohnraum neu planen

Wohnzimmer mit Stehleuchte, Sofa und Wolldecke in der Abenddämmerung

Ende Oktober wird die Uhr zurückgestellt, und spätestens dann merkt man in vielen Wohnungen, wie sehr ein Raum vom Licht lebt. Was im Sommer bis in den späten Abend hell und luftig wirkte, fällt nach Feierabend plötzlich in ein flaches Deckenlicht zurück. Der Herbst ist deshalb ein guter Moment, die Beleuchtung einmal grundsätzlich neu zu denken.

Drei Ebenen statt einer Deckenlampe

Lichtplaner arbeiten gern mit drei Ebenen: einer Grundbeleuchtung, einem Arbeitslicht und einem Akzentlicht. Die Grundbeleuchtung sorgt dafür, dass man sich sicher im Raum bewegt. Das Arbeitslicht sitzt dort, wo gelesen, gekocht oder geschrieben wird. Das Akzentlicht schließlich gibt dem Raum Tiefe, indem es einzelne Zonen betont und andere bewusst im Halbdunkel lässt.

Die meisten Wohnzimmer haben nur die erste Ebene, und genau deshalb wirken sie abends so flach. Schon eine zusätzliche Leuchte auf Sitzhöhe verändert das Raumgefühl deutlich, weil das Licht dann dort ankommt, wo sich das Leben abspielt.

Die Lichtfarbe entscheidet über die Stimmung

Beim Kauf von Leuchtmitteln lohnt ein Blick auf die Angabe in Kelvin. Warmweißes Licht mit niedrigen Werten wirkt gemütlich und passt zu Wohn- und Schlafräumen. Neutralweiß eignet sich eher für Küche, Bad oder den Schreibtisch. Wer im selben Raum unterschiedliche Lichtfarben mischt, erzeugt schnell ein unruhiges Bild. Besser ist es, sich pro Raum auf einen Ton festzulegen.

Ebenso wichtig ist die Farbwiedergabe. Ein hoher Wert sorgt dafür, dass Holz, Textilien und Hauttöne natürlich aussehen. Gerade bei den warmen Materialien, die in diesem Jahr so präsent sind, macht das einen sichtbaren Unterschied: Geöltes Eichenholz oder ein Leinenvorhang verlieren unter schlechtem Licht schnell ihren Charakter.

Kleine Eingriffe mit großer Wirkung

Nicht jede Veränderung braucht einen Elektriker. Einige Ideen lassen sich an einem Nachmittag umsetzen:

  • Eine Stehleuchte mit Stoffschirm neben dem Sofa ersetzt das grelle Deckenlicht beim Lesen.
  • Eine kleine Tischleuchte auf der Kommode im Flur macht den Eingangsbereich beim Heimkommen freundlicher.
  • Dimmbare Leuchtmittel erlauben es, dieselbe Lampe tagsüber hell und abends gedämpft zu nutzen.
  • Indirektes Licht hinter einem Regal oder unter einem Sideboard lässt Wände zurücktreten und den Raum größer wirken.
  • Wandleuchten mit Stecker eignen sich für Mietwohnungen, weil keine neuen Auslässe nötig sind.

Achten Sie darauf, dass Leuchten nicht blenden. Ein offenes Leuchtmittel auf Augenhöhe ist auf Dauer anstrengend. Schirme aus Stoff, Papier oder mattem Glas streuen das Licht weicher und fügen sich zugleich als Gestaltungselement in den Raum ein.

Wer die Beleuchtung im Herbst in Ruhe plant, hat den ganzen Winter etwas davon. Gehen Sie an einem der ersten dunklen Abende einmal bewusst durch die Wohnung und notieren Sie, wo es zu hell, zu dunkel oder zu kalt wirkt. Aus dieser Liste ergibt sich meist schon ein klarer Plan für die nächsten Anschaffungen.